MTW e.V.

 

 

 

 

 

Schwan Christoph aus dem Hofgarten:
eingeschläfert im Tierheim Düsseldorf am Mittwoch, dem 13.03.2013

1. Tötung eines Schwans aus dem Hofgarten in Düsseldorf - März 2013 -
Unser Schreiben vom 23.3.2013 an das Veterinäramt Düsseldorf


2. Antwort des TSV Düsseldorf auf unser Schreiben, 28.3.2013

3. Stellungnahme unseres Vereins, Zeugenaussagen, Antwort an den TSV Düsseldorf, 24.4.2013

4. erneute Anfrage zur Klärung der Umstände 12.5.2013


NRZ: Düsseldorf: Schwan aus dem Hofgarten eingeschläfert


Und ein Foto des Schwans Christoph ein paar Tage bevor er getötet wurde (28.2.2013)

Unser Brief an den TSV Düsseldorf vom 24.4.2013

Herrn
RA Dr. Christian Heyers
Fürstenwall 146 (Kirchplatz)
40217 Düsseldorf

Ihr Schreiben vom 26.03.2013 – Ihr Zeichen; 00184-13 Dr.Hs/dh

Sehr geehrter Herr Dr. Heyers, 24.4.2013
Ihr o.g. Schreiben habe ich leider nur in Kopie und zeitverzögert erhalten, da die Anschrift falsch war. Weitere Schreiben bitte ich an an unsere Postfachadresse zu senden, damit ich die Post auch erhalten kann.

Ich verwahre mich hiermit ausdrücklich gegen Ihren Vorwurf, unwahre Behauptungen ins Blaue hinein zu verbreiten. Der von mir geschilderte Sachverhalt entspricht nachweislich der Wahrheit, die Schilderung in Ihrem Schreiben hingegen kann so nicht zutreffen.

Es fand ein Übergabetreffen am Donnerstag, dem 07.03.2013 statt, an dem Frau Bonmariage, Frau Forg, Frau Scholten, Frau Belles-Fünfgeld und Herr Hornung teilnahmen. Dieses Treffen hat unstrittig stattgefunden, ebenfalls unstrittig ist die Tatsache, dass Frau Bonmariage dabei ihren Vertretungen alle relevanten Telefonnummern für eventuell auftretende Zweifelsfälle mitteilte, sowie auch ausdrücklich die Adresse des zuständigen Fachtierarztes, Herrn Spychala.

Beweis: Aussagen Margarethe Bonmariage, Simone Scholten, Michael Hornung

Schwan Christoph war bei Tierarzt Marco Spychala in Behandlung, von diesem wird bestätigt, dass die Beschwerden des Schwanes behandelbar waren und sein Gewicht aus ärztlicher Sicht dem für dieses Tier gewünschten Wert entsprach.

Der Schwan war zum Zeitpunkt der Abreise von Frau Bonmariage weder teilnahmslos, noch bewegungsunlustig. Er hielt sich an Land und im Wasser auf, balzte mit seinem Weibchen und bettelte wie gewohnt Spaziergänger an.
Dies wird belegt durch die kundige Aussage von Frau Bonmariage selber, die Schwan Christoph aufgrund seiner tierärztlichen Behandlung und seiner Diät ganz besonders genau unter Beobachtung hatte.

Frau Kubitzki, die fast täglich die Schwäne besucht und sich auch an deren Pflege beteiligt, hat Schwan Christoph noch am frühen Montagnachmittag, dem 11.03.2013, selbst gefüttert und beobachtet, wie dieser einen Rivalen aus seinem Revier vertrieb.

Auch zu diesem Zeitpunkt aktuelle Fotos zeigen den Schwan in gutem Zustand, was auch der vogelkundige Tierarzt bestätigt, dem die Fotos zur Begutachtung vorgelegt wurden.

Beweis: Aussage Margarethe Bonmariage
Schreiben Tierarzt Marco Spychala vom 12.04.2013, Anlage 1
Aussage Petra Kubitzki, Anlage 2
Fotos von Schwan Christoph und seiner Partnerin vom 28.02.2013, Anlage 3
Der Schwan wurde von Frau Kubitzki Montag am frühen Nachmittag zum letzten Mal gesehen. Am Dienstagmorgen fanden die drei Gärtner, die die morgendliche Fütterung durchführen, den Schwan eingesperrt im Schwanenhäuschen vor. Am Mittwochmorgen war der Schwan nicht mehr dort. Es ist also unstrittig, dass der Schwan am Montagnachmittag eingefangen und zunächst im Schwanenhaus eingesperrt wurde, Dienstag ist er dann an einen anderen Ort verbracht worden. Gemäß dem Schreiben vom 15.03.2013 von Tierärztin Oda Gaues an Herrn Hornung wurde ihr der Schwan „gestern“, demnach also am 14.03. vorgestellt.

Es ist also nicht zu bestreiten, dass der Schwan mehrere Tage eingesperrt und von seiner Partnerin getrennt war, bevor er der Ärztin vorgestellt wurde.

Beweis: Aussage Petra Kubitzki, Anlage
Aussage Herr Willlert, Gärtner
Schreiben Tierärztin Oda Gaues vom 15.03.2013, Anlage

Das Einschläfern des Schwanes ist aus medizinischer, aus tierschutzrechtlicher – und auch aus zwischenmenschlicher – Sicht durchaus zu beanstanden.

Wie in Absatz 1 vorgetragen, entspricht der im Schreiben von Tierärztin Gaues geschilderte Vorbericht nicht der Wahrheit. Die Frage stellt sich, wer diese angebliche Vorgeschichte des Schwanes berichtet hat und warum. Es wurde keine Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt gehalten, es wurde auch keine Rücksprache mit einer Person gehalten, die mit den Vögeln im Hofgarten und speziell mit Schwan Christoph vertraut ist und eine verlässliche Aussage über dessen Verhalten in der letzten Zeit hätte machen können.

Der angebliche schlechte Ernährungszustand entsprach laut behandelndem Facharzt dem ärztlich angestrebten Idealgewicht des Tieres.

Bei der Feststellung einer angeblich hochgradigen Muskelatrophie bzw. fehlender Bemuskelung wurde der Umstand außer Acht gelassen, dass Schwan Christoph bereits als Jungtier kupiert wurde, demnach sein Leben lang flugunfähig war und daher logischerweise in keinster Weise über eine mit einem wilden Schwan vergleichbare Muskulatur verfügen kann.

Das geschätzte Alter des Schwanes von 20 Jahren ist für seine Art ein mittleres Alter, ein solcher Schwan kann sogar ein Alter von 40 Jahren erreichen.
In Ihrem Schreiben vom 26.03. schildern Sie, dass Schwan Christoph apathisch war und kaum noch aufstehen oder stehen konnte, im Bericht der Tierärztin Gaues wird von einem Humpeln rechts berichtet. Diese beiden Aussagen lassen sich schlecht vereinbaren.

Eine verschärfte Atmung ist bei einem Schwan entweder durch eine Art Hecheln, hervorgerufen durch Stress, oder als ein Fauchen zu erklären, was eine Drohgebärde darstellt. In keinem Fall würde die Atmung eines apathischen Schwanes verschärft sein, auch hier stimmen die Darstellungen nicht überein.
Das Verhalten des Schwanes während der Untersuchung ist auf sein durch Trennung, Abtransport und Einsperren entstandenes Leiden zurückzuführen.

Eine sorgfältige Anamnese hat es jedenfalls leider anscheinend nicht gegeben, wie sie vor der Entscheidung zum Einschläfern eines Tieres erfolgen sollte.

Die Annahme einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit für ein elendiges Eingehen des Tieres in Kürze ist eine sehr ungenaue Diagnose und darüber hinaus vor dem Hintergrund seiner Lebensumstände nicht nachvollziehbar. Schwan Christoph war im Hofgarten unter täglicher Beobachtung und Betreuung, eine dramatische Verschlechterung seines Zustandes wäre auch während Frau Bonmariages Abwesenheit aufgefallen und dem behandelnden Tierarzt gemeldet worden, ein unbemerktes und unverhindertes qualvolles Ende des Tieres wäre also auszuschließen gewesen.

Es gab also keinen zwingenden Grund, den Schwan zu diesem Zeitpunkt zu töten – somit keine tatsächliche Notwendigkeit.

Beweis: Aussage von Margarethe Bonmariage
Schreiben Tierarzt Marco Spychala vom 12.04.2013, Anlage
Ihr Schreiben vom 26.03.2013, Anlage
Schreiben Tierärztin Oda Gaues, Anlage

Es kann, wie in Ihrem Schreiben angeführt, vom zuständigen Mitarbeiter der Stadt Düsseldorf keine Bestätigung gegeben haben, dass die Tötung des Schwanes nicht zu beanstanden war. Herr Hornung, der zuständige Mitarbeiter, hat das als Anlage 4 beigefügte Schreiben der Tierärztin Gaues, sowie die Darstellung von Frau Forg, erst bei seinem Treffen mit Frau Amanda Forg am 25.03.2013 zur Kenntnis erhalten.

Beweis: Aussage Michael Hornung, Gartenamt der Stadt Düsseldorf

Sie erwähnen in Ihrem Schreiben außerdem die Bestätigung von Frau Belles, es ist mir allerdings nicht bekannt, aus welchem Grund eine solche Bestätigung von Frau Belles relevant ist, bzw. welches Amt sie diesbezüglich innehat.
Frau Belles kann aufgrund ihrer heftigen Allergie das Schwanenhaus nur mit Mundschutz betreten, auch wenn sie sich im Freien den Vögeln nähert trägt sie einen Mundschutz. Offenbar ist sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, näheren Kontakt zu den Vögeln im Hofgarten zu pflegen, deshalb ist es unwahrscheinlich, dass sie aus eigener Beobachtung über genaue Kenntnisse über die dort lebenden Vögel verfügt.

Aufgrund all dieser Umstände ist es doch mehr als verständlich, dass die Frage nach dem Sinn dieser tragischen Aktion bzw. einem nachvollziehbaren Grund für die Tötung eines allgemein beliebten Schwanes zu gerade diesem Zeitpunkt aufkommt.

Es wäre wünschenswert, dass ein Vertreter des Tierschutzvereines zunächst den Sachverhalt ausreichend prüft und im Sinne des Tierschutzes beurteilt, anstatt mit der Androhung zivil- und strafrechtlicher Maßnahmen zu drohen und seinerseits nachweislich falsche Beschuldigungen auszusprechen.

Mit freundlichen Grüßen

U. Bergob
Menschen Tiere Werte e.V.